Borkenkäferwellen wissenschaftlich erforscht

27.08.16 –

MdL Steinberger zu Besuch bei Nationalparkchef Dr. Leibl



FRG. Eine interessante Information für MdL Rosi Steinberger (Grüne) war das aktuelle wissenschaftliche Untersuchungsergebnis, dass Borkenkäfer-Ausbruchswellen im Nationalpark jeweils intensivste Käferjahre in den weiter entfernten Wirtschaftswäldern vorausgingen. Auf ihrer „Sommertour 2016“ konnte sie in Begleitung von Kreisrat Hans Madl-Deinhart und Vorstandsmitglied Hermann Schoyerer ein informatives Gespräch mit Nationalpark-Leiter Dr. Franz Leibl führen.
Dieser hob die sehr gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit seinen Fachkollegen im angrenzenden tschechischen Nationalpark hervor und die inzwischen hohe Akzeptanz in fast allen Nationalparkgemeinden auf Bayerischer Seite. Beide Nationalparke zusammen bieten in Mitteleuropa einmalige 25 000 Hektar Waldprozessfläche ohne menschliche Eingriffe.
Auch die Arbeit des „Pro Nationalparkvereins“ mit etwa 50 000 betreuten Parkbesuchern pro Jahr und die für auswärtige Touristen wichtigen ÖPNV-Verkehrsmöglichkeiten der Bahnen, dem Igelbus-System sowie GUTi-Ticketangebot wurden positiv gewürdigt. Denn: „Zwischen Maisfeldern und Autobahnen kann sich keiner erholen“, so hier die übereinstimmende Meinung der Gesprächsrunde.
Kritisch zu sehen seien die Auswirkungen der menschgemachten Klimaveränderung, die sich zum Beispiel in deutlich mageren Quellschüttungen, früherer Schneeschmelze sowie stärkerer Verdunstung durch Bäume auswirken. Hochmontane bis alpine Arten, wie zum Beispiel die im Nationalpark vorkommende Ringdrossel, wären die Verlierer dieser Klimaerwärmung.
Deutlich negativ beurteilte Leibl das verstärkte Auftreten von E-Bikes abseits der ausgeschilderten 210 Kilometer Radwege.
Auf Nachfrage von Steinberger nach weiteren Nationalparkgebieten in Bayern stellte er vor allem die hohe Verantwortung Bayerns für Rotbuchenbestände heraus.
Leibl kündigte abschließend Überlegungen für Mehrtageswanderungen durch die beiden Nationalparke Sumava und Bayerischer Wald an, die ohne gastronomische „Bettenoasen“ entwickelt werden sollen.hoy 

Quelle

Ausgabe
PNP (Freyung/Waldkirchen) - Nr. 198
Datum
Samstag, den 27. August 2016
Seite
18

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